Showing posts with label Meinung. Show all posts
Showing posts with label Meinung. Show all posts

Wednesday, April 13, 2016

DxO One - Ein Erfahrungsbericht

Schon als die interessante Ansteck-Kamera im Frühjahr 2015 angekündigt wurde, hab ich ein Auge auf sie geworfen. Da die Kamera aber nur für den Anschluss an iPhones hergestellt wird, hatte sich die Sache nach Durchsicht der technischen Daten dann aber auch schon erledigt. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt kein iPhone. Lediglich ein iPad, aber ich halte nicht so viel davon, mit meinem riesigen iPad durch die Gegend zu laufen und Bilder zu machen.

1. TL;DR

1.1. Kaufen? Ja, Nein, Weiss nicht

1.1.1. Pros

  • Bildqualität ist sehr gut
  • Selfie Mode (für alle die es brauchen)
  • minimales Gewicht, handlich, passt in jede Tasche
  • mit der Kamera App lässt alles aus der Kamera rausholen
  • Akku lädt sehr schnell wieder auf

1.1.2. Cons

  • Batterie hat eine kurze Lebenszeit (und kann nicht gewechselt werden)
  • Braucht beim speichern von Super RAW Bildern extrem lange
  • neigt zu überhitzen
  • der Lightning Connector macht für mich keinen robusten Eindruck

2. Jetzt aber

Mitte 2015 ist die Kamera dann für den Preis von $599 hier auf den Markt gekommen. Der Preisschock ging nach kurzer Zeit wieder weg, aber die Frage blieb: warum ist die Kamera genauso teuer wie ein iPhone oder wie eine gute handliche Kompaktkamera? Und diese Kamera macht definitiv nur mit einem iPhone Sinn, weil sie nur ein winziges Display zur Anzeige von Statusinformationen hat. Also ohne iPhone praktisch unbrauchbar. Ein iPad mit Lightning Anschluss würde auch funktionieren. Aber wie gesagt, bin ich kein großer Freund davon.
Im Februar 2016 hatte dann ein Händler die Kamera für $350 im Angebot. Das war dann der Moment. Ja, ich konnte nicht mehr widerstehen und hab die Kamera gekauft. Ja, ja, ein neues Spielzeug in der Sammlung.

3. Die Kamera

Ist sehr handlich und die Elektronik befindet sich in einem Aluminium Gehäuse. Eine Plastikklappe verdeckt den SD Karten Slot und den USB Anschluss. An der Seite des Gehäuses ist der Lighting Connector angebracht. Er wird einfach eingeklappt. Mehr Anschlüsse hat die Kamera auch nicht

4. Die iPhone/iPad App

Um die Kamera überhaupt bedienen zu können, muß die kostenlose iPhone App installiert werden. Die App kann vom iTunes Store installiert werden. Die App bietet alle Einstellmöglichkeiten die man von einer Kamera her kennt. Es gibt einen Auto Mode, verschiedene Szenenprogramme und die üblichen manuellen Modi (P, A, S, M). Blende und Belichtungszeit kann eingestellt werden. Der Fokus Mode kann aus der App heraus geändert werden. Die App dient auch dazu die Bilder von der Kamera auf das iPhone zu kopieren. Auf dem iPhone kann man sie dann weiter bearbeiten oder direkt von dort im Internet verteilen.
iPhone App - Camera Modi

iPhone App - Sucher und Einstellmöglichkeiten

5. Die Verbindung

Die Kamera wird über einen ausfahrbaren Lightning Connector an das iPhone angeschlossen. Der Anschluss klappt nur aus, wenn man den Objektivschutz ganz nach unten schiebt. Damit wird die Kamera eingeschaltet und der Lightning Connector fährt aus dem Gehäuse heraus.
Der LIghtning Connector zum Anschluss ans iPhone

6. Sensor

Die kleine Kamera hat einen nicht ganz so kleinen Sensor. Im Gehäuse steckt ein 20MP 1 Inch Sensor. Das gleiche Kaliber wie in einer guten handlichen Kompaktkamera. Leider habe ich nicht herausbekommen, ob der Sensor eine Eigenentwicklung ist, oder von einem anderen Hersteller lizensiert wurde. Macht aber auch nicht wirklich einen Unterschied. Ich wollte hier ohnehin nicht die Sensoren vergleichen.

7. Geschwindigkeit

Die Kamera legt ein gutes Tempo an den Tag. Fokussieren (vornehmlich mit dem Finger auf dem Display des iPhones) und dann den Auslöser betätigen. Die Bilder werden schnell gespeichert. Es sollte auf jeden Fall nicht an der SD Karte gespart werden (die übrigens nicht im Liederumfang enthalten ist). Mit einer schnellen SD Karte ist die Kamera schnell wieder einsatzbereit.

8. Bild Qualität

Die Bilder sind gut bis sehr gut. Auf jeden Fall besser als die mit dem iPhone erstellten Bilder. Aber das sollte mich auch nicht wirklich wundern. Die Kamera kann Bilder als JPEG und RAW und Super RAW speichern (dazu unten mehr). Ich fotografiere generell in RAW, um bei der Nachbearbeitung die meisten Möglichkeiten für die Korrekturen zur Verfügung zu haben.

9. Super RAW

Hoppla, was ist das denn? Besser als RAW? Ich wusste ja nur, das es unkomprimiertes RAW gibt, aber Super RAW. Okay, und was ist es nun? Die Kamera macht 4 Aufnahmen kurz hintereinander und diese 4 Aufnahmen werden in eine Datei geschrieben. Zum importieren muss man dann DxO Connect bemühen (siehe unten). Das ist eine zusätzliche Software, die man erst downloaden kann, nachdem man die Kamera registriert hat. Leider funktioniert die Registrierung der Kamera nur aus der iPhone App heraus. Beim Import mit DxO Connect (siehe unten), werden die Bilder dann mittels verschiedener Algorithmen zusammengeführt (das Rauschen wird stark minimiert) und so ein besseres Bild erzeugt. Das resultierende Bild liegt dann als optimierte JPEG Datei vor. Das Rauschen ist im JPEG definitiv geringer als in der orignalen RAW Datei. Aber ich weiß nicht, ob das diese riesigen Files Super RAW Files das Ergebnis rechtfertigen. Aber okay, irgendein merkwürdiges Verkaufsargument darf eben nicht fehlen.
Das Rauschen im JPEG ist auf jeden Fall geringer als in der Super RAW Ausgangsdatei
Warnung Auf jeden Fall sorgt der Super RAW Modus dafür, dass die Kamera ziemlich lange braucht um die Daten auf die Karte zu schreiben. Das ist auch nicht besonders überraschend, da die 4 fache Datenmenge gespeichert werden muß. Und ein RAW Bild ist so um die 40 MB groß! Die DXO Datei ist satte 160 MB groß.
Ich habe es mehrere male erlebt, dass die Kamera im Super RAW Modus ziemlich warm geworden ist. Ich habe nur einmal die Hitze Warnmeldung im Display der Kamera gesehen. Andere Benutzer scheinen damit mehr Erfahrung gemacht zu haben.

10. Firmware Updates

Das letzte Firmwareupdate hat der Kamera einen "Retro-Mode" verschafft. Was ist das? Das kleine Monochrome Display kann jetzt als Sucher benutzt werden, wenn die Kamera nicht an das iPhone angeschlossen ist. Damit kann man dann ohne das iPhone mit der Kamera Bilder machen (hätte man vorher auch schon machen können, wäre aber ein kompletter Blindflug gewesen). Das geht so als Notfall-Lösung durch. Richtig was sehen, kann man auf dem kleinen Display nicht. Nur Schwarz/Weiß und viel zu geringe Auflösung. Aber man sieht zumindest in welche Richtung die Kamera blickt.
Das kleine Display

11. Software

Eigentlich braucht man die zusätzliche Software nicht um die Bilder von der Kamera zu bekommen. Wenn man aber Bilder im Super RAW Format gemacht hat, dann sollte man DxO Connect auf jeden Fall installieren. Denn nur damit kann man den Super RAW Bildern die ganzen Informationen entlocken. Ansonsten können die Bilder auch direkt von der angeschlossenen Kamera oder der SD-Karte in Lightroom oder Apples Photos importiert werden.

12. Testbilder

Closeup

Farben

Abend

Langzeitbelichtung

Closeup

Licht und Schatten

Sonnenschein

Kunstlicht

Tageslicht

Sonnenschein

Saturday, November 29, 2014

Moto 360 - Was ich wollte und was ich bekam

Heute vor 2 Wochen (17. September) 10 Wochen habe ich von einem Freund eine Moto 360 geschenkt bekommen. Der Grund: er hat als Teilnehmer der Google I/O eine zugeschickt bekommen, hat aber selber kein Android Phone und somit keine Verwendung dafür. Ich hab mich sehr darüber gefreut, wollte ich mir doch selber eine kaufen. Leider, in diesem Fall eher Glück, war die Uhr bei Motorola innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und ich hab keine mehr bekommen. Naja, ich hab mich auf eine etwas längere Wartezeit eingestellt. Umso überraschender war dann die Lieferung an mich.

Erwartung

Was habe ich von dieser Uhr alles erwartet? Die Artikel, in denen über die Uhr geschrieben wurde, haben sich ja vor Begeisterung gar nicht mehr einbekommen. Ich denke, dass sollte sich bei erscheinen der Uhr etwas legen. Das ich seit 1,5 Jahren eine Pebble Smartwatch habe, bin ich schon mit einer hohen Erwartungshaltung angetreten. Darunter waren
  • Akkulaufzeit von mindestens 3 Tagen
  • Herzfrequenzmesser für sportliche Aktivitäten (Ersatz für Brustgurt)
  • Schlaftracker
  • Eine Uhr im coolen Design und coole Watchfaces

Der erste Tag

Ich hab die Uhr nur noch auf die Ladestation gestellt und bis zum nächsten Morgen gewartet. Der Tag fing erstmal mit einem Update an. Ich hatte das am Abend zuvor nicht mehr gesehen und deshalb wurde die Uhr jetzt erstmal aktualisiert. Schon mal nicht schlecht. Die ersten Probleme haben sie (Motorola) also schon beseitigt.

Nachdem das Firmware Update durchgeführt und die Uhr endlich einsatzbereit war, hab ich erstmal ein bisschen rumgespielt. Leider hat dadurch die Batterielaufzeit sehr gelitten. An diesem Tag war die Uhr Nachmittags um 16 Uhr fertig. Aus, Ende und vorbei. Wow, das war sehr viel weniger als ich erwartet hatte. Am nächsten Tag habe ich dann tatsächlich das Ladegerät der Uhr mit ins Büro genommen. Ich wollte ja nicht mit einem unbrauchbaren, weil leerem, Hightech Spielzeug rumlaufen. Schon echt blöd, für etwas was eigentlich die Uhrzeit anzeigen soll. In den folgenden Tagen habe ich die Uhr weniger benutzt, ausser um die Uhrzeit abzulesen. Auf jeden Fall hielt die Batterie jetzt bis Abends um 9 Uhr. Das war aber immer noch nicht das, was Motorola auf ihrer Website verkündet hat: Hält einen ganzen Tag. Vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen wie lang so ein ganzer, normaler Tag ist.

Alles wird besser oder das große Firmware Update

Die ersten Wochen waren eher ernüchternd. Die Batterie war schnell erledigt und Bedienungstechnisch gab es auch noch einiges zu verbessern. Okay, so ist das eben, wenn man mit einem neuen technischen Spielzeug spielen möchte. Die Ecken müssen erst rundgeschliffen werden. Warum sollte das bei der neuen Smartwatch anders sein? Umso erfreuter war ich, als dann eines Tages die Verfügbarkeit eines Firmwareupdates angezeigt wurde. Also, die Uhr schnell auf die Ladestation und dann das Update starten. Auf den ersten Blick hat sich erstmal nichts verändert. Unter der Haube wurde auf jeden Fall der Batterieverbrauch reduziert. Super! Endlich hält die Uhr einen ganzen langen Tag durch (bei moderater Benutzung!).

Firmware Update die Zweite

Ein paar Wochen später gab es dann Update Nr. 2. Hier wurde hauptsächlich die Bedienbarkeit der Uhr verbessert. Notifications können jetzt ganz aus dem Sichtfeld an den unteren Rand verschoben werden. Damit kann dann die Uhr komplett betrachtet werden. Weiterhin soll die Bluetooth Verbindung mit dem Smartphone jetzt stabiler sein.

Was ist aus den anderen Wünschen geworden?

Herzfrequenzmesser

Der Herzfrequenzmesser ist, ich sag es mal vorsichtig, nicht ganz so gut wie ich mir das vorgestellt habe. Messungen dauern zu lange und eine kontinuierliche Messung ist anscheinend nicht möglich oder die Apps unterstützen das einfach noch nicht. Messungen funktionieren in vielen Fällen nicht beim ersten mal. Die Uhr legt großen Wert auf die richtige Armhaltung. Der Kontakt zwischen Uhr und Haut muss komplett hergestellt sein. Vielleicht passiert hier ja noch etwas zum besseren. Momentan gehört das noch in die Kategorie "Nutzlos und Überflüssig".

Schlaftracker

Okay, ich hab dann mal ausprobiert ob ich die Uhr auch zum Schlaftracking benutzen kann. Ich bin um Mitternacht ins Bett gegangen und die Uhr war zu 100% aufgeladen. Als ich am morgen um 6:30 h aufwachte, war sie... Aus! Alle! Leer! Unfassbar. Ich weiss ja nicht was die Uhr so zum Schlaftracking macht, aber das ist mehr als enttäuschend. Da hatte ich mal wieder mehr erwartet.

Lederarmband

Was ich bis jetzt gar nicht nachvollziehen kann, ist die Tatsache das eine Uhr, die jeden Abend aufs Ladegerät gelegt werden muss, mit einem herkömmlichen Lederarmband ausgestattet wird. Das Armband wird ständig an der selben Stelle geknickt und sieht mit der Zeit nicht mehr schön aus. Für eine Uhr, die zum Sport getragen wird, halte ich Lederarmbänder auch nur für bedingt brauchbar. Duschen ist auch keine gute Idee, da das Leder darunter sehr leidet. Ich hätte mir gewünscht, das die Uhr auch mit einem Metallarmband verkauft wird. Diese Option stand leider nicht zur Verfügung, soll aber zum Ende des Jahres erhältlich sein. Ich bin gespannt. Ich werde mir sofort ein Metallarmband besorgen.

Fazit oder was ich bekam

Um noch auf den Punkt "Erwartungen" zurückzukommen. Leider habe ich mir viel gewünscht und nicht so viel bekommen. Akkulaufzeit war am Anfang mehr als enttäuschend. Weniger als ein Tag durchgehalten und das "Mitschleppen" des Ladegeräts für die Uhr geht gar nicht. Das wurde besser mit dem ersten "großen Firmware Update". Das Update hat vieles verbessert. Bei 3 Tagen Batterielaufzeit bin ich trotzdem noch nicht angekommen. Aber immerhin bei der Hälfte.

Bleibt also noch eine Uhr im coolen Design. Jawoll, das ist auf jeden Fall erfüllt worden. Die Uhr sieht gut aus, die bisher erhältlichen Zifferblätter sehen gut bis originell aus. Immer mehr Apps bekommen die Möglichkeit Informationen auf der Uhr darzustellen.

Ich benutzte die Uhr jeden Tag. Sie hat sich zu einem zuverlässigen und unauffälligen Begleiter entwickelt. Die Spracheingabe funktioniert, zumindest in Englisch, überraschend gut. Zum Sport benutze ich die Uhr nicht. Aus irgendeinem nicht offensichtlichen Grund steigt der Batterieverbrauch während dieser Zeit erheblich an. Ich benutzt die Smartwatch als Schrittzähler und Activitytracker (hauptsächlich Radfahren). Ich glaube, dass es noch viele Verbesserungen geben wird. Die Pebble Smartwatch hat auch mit relativ wenigen Features angefangen und wurde mit der Zeit immer leistungsfähiger. Also abwarten und geduldig sein.

Pros und Cons

Pro

  • Ladezeit
  • Bedienung
  • Induktionsladegerät

Con

  • Batterielaufzeit
  • Lederarmband
  • Schlaftracking

Kaufen oder nicht?

Thrillseeker? Spielkind? Muss ich immer das neueste, coolste technische Gadget haben? Dann gibt es nur eine Antwort: Kaufen! Die erste gut aussehende Smartwatch, die nicht wie ein merkwürdiger Klotz am Handgelenk aussieht. Naja, zumindest nicht an meinem Handgelenk. Wie es sich aber immer so mit neuem technischen Spielzeug verhält, gibt es noch einiges zu verbessern.

Aber anscheinend gibt sich Motorola hier viel Mühe die Kunden mit aktualisierter Firmware und besserer 3rd Party Integration glücklich zu machen. Und nicht vergessen, wir haben es hier mit einer jungen, neuen Produktgeneration zu tun. Es wird noch viel passieren in den nächsten Wochen und Monaten. Google Fit ist erst der Anfang.